Unsere Arbeit

Jugendamt

Das Jugendamt profitiert von die durch apeiros eingeführten Strukturen und Maßnahmen zur Verhinderung von Schulverweigerung, indem durch die schnelle und effektive Rückführung von Verweigerern langfristige Kosten für die Jugendhilfe und -ämter vermieden werden können. Durch den systemischen Miteinbezug der relevanten Akteure Schule, Jugendamt und Familie wird sichergestellt, dass verfügbare Mittel effizient eingesetzt werden und kostenintensive Heimunterbringungen vermieden werden können.

Es gibt drei verhandelte ambulanten Hilfen:

  1. Die pädagogische Gruppe
  2. Flexible Erziehungshilfe
  3. Diagnostik

Alle Hilfen laufen unter den Paragraphen §§ 27,30,31,35 und 41 SGB VIII.

Schule

Die Institution Schule profitiert von den durch apeiros eingeführten Strukturen und Maßnahmen und wird im Umgang mit dem Problem der Schulverweigerung gestärkt. Dies geschieht dabei durch eine strukturelle Stärkung und Entlastung. Sowohl Lehrer als auch Schulleitung können so systematische Lösungen für die Herausforderungen im Bereich Schulverweigerung implementieren und umzusetzen. Dies führt zu einer Entlastung bei Lehrern und zu einer Verbesserung des Schulklimas. Es konnte nachgewiesen werden, dass Lehrer durch die konsequente Nutzung des apeiros Ansatzes, aufgrund der verbesserten infrastrukturellen Verfahrensformen, auch ihre Selbstwirksamkeit in  diesen Kontexten verbessern können. apeiros unterstützt die Schule durch die persönliche Unterstützung auf Schulentwicklungsebene, sowie bei der Kommunikation und Lösung im konkreten Einzelfall.

Eltern

Apeiros bietet für Eltern verschiedene Informations- und Hilfestellungen an. Oftmals fehlen den Eltern wichtige Informationen hinsichtlich der Ursachen der Problematik. Viele Eltern suchen dann die Ursachen bei sich selbst. Ebenso fehlen den Eltern  oftmals wichtige Informationen hinsichtlich der rechtlichen und institutionellen Regelungen. Auch hier unterstützt apeiros die Eltern über Beratung und Aufklärung und schafft dadurch neue Lösungsstrategien.

Diagnostik

Die diagnostischen Leistungen des Instituts apeiros sind so angelegt, dass sie in einem kurzen Zeitraum umsetzbare und präzise Lösungen für die zügige Behandlung der Problematik von sozialer Desintegration wie z.B Schulverweigerung und Jugendarbeitslosigkeit. herausarbeiten. Aus den langjährigen Erfahrungen mit dem Phänomen „Schulverweigerung“ wissen wir, dass eine differenzierte Erfassung der Problemursachen und Ressourcen, die das Gesamtbild des Kindes oder Jugendlichen in Familie und Schule einbezieht, unerlässlich ist. Die Diagnostik am Institut apeiros umfass daher vier Teilbereiche:

  • Lern- und Leistungsdiagnostik
  • Psychosoziale Diagnostik
  • Strukturelle Diagnostik: Belastung- und Konfrontationsexploration
  • Familiendiagnostik

Durch diese Teilbereiche werden die Fähigkeiten des Kindes und der Familie überprüft, den sozialen,emotionalen, kognitiven und strukturellen Anforderungen zu genügen, die die Schule und Arbeitsstelle stellt. Gleichzeitig werden auch die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Schule in diesen Kategorien überprüft, um die Gründe der Schulverweigerung angemessen zu beurteilen. Unser diagnostisches Vorgehen lässt sich dementsprechend durch verschiedene Kreise darstellen, die gleichzeitig die anschließenden Interventionsebenen abbilden:

Standorte

Wuppertal

Wuppertal ist der erste gegründete Standort. Die Hauptverwaltung des Instituts, des Vereins und die Diagnostikabteilung sitzen hier auf 500m² in der alten Huppertsbergfabrik im Stadtteil Elberfeld.

Belegende Kommunen sind neben Wuppertal folgende Städte:

Solingen, Remscheid, Wermelskirchen, Radevormwald, Ennepetal, Mettmann, Haan, Erkrath, Düsseldorf , Schwelm, Schwerte.

Der Standort verfügt über 50 Einzelplätze und 20 Mitarbeitern.

Köln

In Köln sind unserer Räumlichkeiten im 4711 Gebäude im Rahmen des sociallabs untergebracht, mit dem apeirosden Ansatz in Köln umsetzt.

In Köln werden wir durch die HIT Stiftung in unserem Vorhaben unterstützt. apeiros bietet in Köln Diagnostik und Elternberatung an.

Weiter werden an drei Hauptschulen die Verfahren des Fehlzeitenmanagements exemplarisch umgesetzt – eine Ausweitung wird mit dem sociallab aktuell geplant.

Essen

Essen ist der zweite Standort, der vor ca. 5 Jahren gegründet wurde. Ursprünglich autonom von zwei ehemaligen Kollegen als „apeiros-ruhr“ umgesetzt, ist die Ausgründung nun seit Ende 2012 wieder in das Institut Wuppertal  überführt worden. Mit neuen Räumlichkeiten Nahe der Zeche Zollverein im Stadtteil Katernberg, findet ein Neubeginn statt.

Duisburg

Duisburg ist der dritte erschlossene Standort, der im Rahmen des kommunalen Programmes zur Reduktion von Schulverweigerung umgesetzt wird. 15 -20 Plätze für schwere Fälle von Schulabsentismus sollen hier exemplarisch behandelt und zurückgeführt werden, welche zuvor in einer breit angelegten Projektarbeit an 20 Duisburger Schulen identifiziert worden sind. Die Räume befinden sich in dem Alten Gemeindehaus im Ruhrort und sind freundlicherweise durch die Firma Haniel bereitgestellt worden.

München

In München verfügt apeiros über Büros auf der Prater Insel. Durch die Zusammenarbeit mit JUVAT wurden apeiros diese Räume zur Verfügung gestellt. In der Kooperation geht es um die Planung und Umsetzung von gemeinsamen Projekten.

Augsburg

In Augsburg setzt apeiros mit den Jobblingen ,unter der Leitung von JUVAT, ein kommunales Projekt um.

Weiter versuchen wir  mit AMAN, einen Partner in Augsburg, der  Ansatz von apeiros in Augsburg zu implementieren. apeiros verfügt in Augsburg über verschiedene Räumlichkeiten im Rahmen der unterschiedlichen Projekte.

Bochum

In Bochum wird apeiros Ende 2013 eine kennzahlengesteuerte Bedarfsanalyse im Rahmen einer Kooperation von  Schulamt und  Jugendamt umsetzen. Diese Analyse wird von den Jahrgängen 35/36 des  BBUG finanziell unterstützt.

Leverkusen

In Leverkusen wird apeiros Ende 2013 ebenfalls eine kennzahlengesteuerte Bedarfsanalyse im Rahmen einer Kooperation von Schulamt und  Jugendamt umsetzen. Diese Analyse wird ebenfalls von den Jahrgängen 35/36 der BBUG finanziell unterstützt.

Kooperationspartner

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    CSI

    Das Centrum für soziale Investitionen und Innovationen ist eine zentrale akademische Einrichtung der Universität Heidelberg, welche mit der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, der rechtswissenschaftlichen Fakultät und dem diakoniewissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg sowie dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim kooperiert. Aufgabe des CSI ist es, durch Forschung, Lehre, Netzwerkarbeit und Beratung unser Verständnis sozialer Investitionen in theoretischer wie praktischer Hinsicht zu erweitern.

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    Ashoka

    Ashoka ist die erste und weltweit führende Organisation zur Förderung von Social Entrepreneurship. Die non-profit-Organisation wurde im Jahr 1980 von Bill Drayton in den USA gegründet und ist heute in über 70 Ländern aktiv. In Deutschland gibt es Ashoka als gemeinnützige GmbH seit 2003, als Ashoka nach mehr als 20jähriger Tätigkeit in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern beschloss, auch in Westeuropa tätig zu werden.

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    BBUG

    Die Baden-Badener Unternehmer Gespräche sind die wohl wichtigste und traditionsreichste Institution für die Entwicklung des obersten Führungsnachwuchses der deutschen  Wirtschaft. Zugleich bieten sie eine der profiliertesten Plattformen des übergreifenden Dialogs zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

    Seit ihrer Gründung 1955 haben mehr als 130 Baden-Badener Unternehmer Gespräche stattgefunden. Mit über 3.000 Absolventen sind die BBUG heute die größte und älteste branchenübergreifende Alumni-Organisation der deutschen Wirtschaft.

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    Universität St. Gallen

    Die Universität St.Gallen ist ein Ort für Studierende, aber auch für die Bevölkerung in der Region. Eine Bildungseinrichtung, ein Veranstalter, ein Arbeitgeber und vieles mehr.

    Seit mehr als hundert Jahren gehört die HSG zu St.Gallen – zu Beginn als «Handelsakademie», heute als Universität. Sie ermöglicht Studierenden, von einer optimalen Mischung aus Forschung und Praxis zu profitieren.

    Damit Höchstleistungen in Lehre und Forschung möglich sind, muss auch das gesamte Umfeld stimmen. Jeder und jede Angehörige der Universität fühlt sich der Qualität verpflichtet.

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    JUVAT

    Die Benckiser Stiftung Zukunft setzt unter dem Namen Juvat den ersten Social Impact Bond in Kontinentaleuropa um. Social Impact Bonds bergen das Potential, sowohl die Wirksamkeit als auch die Finanzierungsgrundlage gemeinnütziger Arbeit nachhaltig zu verbessern.

    Juvat, abgeleitet aus dem Lateinischen iuvare, ist für uns in seiner Übersetzung Programm: Es wirkt.

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    Joblinge

    JOBLINGE bündelt die Kompetenzen der Partner aus Wirtschaft, Bildung, Politik, Wissenschaft und drittem Sektor. Die Rechtsform einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft (gAG) vereint gemeinnützige Ziele mit unternehmerischen Prinzipien. Alle Beteiligten verpflichten sich langfristig auf das gemeinsame Ziel der Initiative: die Qualifizierung von Jugendlichen und deren Integration in den ersten Arbeitsmarkt.

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    Sociallab

    SOCIALLAB-KÖLN (S-LAB) ist eine Initiative der in Köln beheimateten brand Stiftung, die seit Jahren Social Entrepreneurs wie Friedrich Kiesinger mit seiner Firma Pegasus unterstützt, die mit Catering-Services behinderte und psychisch kranke Menschen in den Arbeitsprozess integriert oder Murat Vural mit seinem Nachhilfenetzwerk Chancenwerk fördert. Das SOCIALLAB-KÖLN ist ein Gründungszentrum für außergewöhnliche Social Entrepreneurs und Initiativen im Bereich Schule & Bildung.

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    Haniel

    Haniel ist eine international erfolgreiche Unternehmensgruppe in Familienbesitz. 2012 erzielte sie mit rund 56.000 Mitarbeitern 26,3 Milliarden Euro Umsatz. Für das operative Geschäft sind fünf Geschäftsbereiche verantwortlich, die in marktführenden Positionen agieren. Haniel unterscheidet zwischen 100-Prozent-Beteiligungen (CWS-boco und ELG), Mehrheitsbeteiligungen (TAKKT und Celesio) sowie Minderheitsbeteiligungen (METRO GROUP).

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    Haniel Stiftung

    Die Haniel Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen. Sie fühlt sich den Grundsätzen Guter Stiftungspraxis sowie den Empfehlungen für gemeinnützige Unternehmensstiftungen verpflichtet. Die zuständige oberste Aufsichtsbehörde ist die Bezirksregierung Düsseldorf.

    Jedes Jahr erstellt die Haniel Stiftung einen Jahresabschluss nach den Grundsätzen des deutschen Handelsgesetzbuchs für kleine Kapitalgesellschaften. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) prüft den Jahresabschluss – bislang ohne Beanstandungen.

    Gemäß ihrer Satzung konzentriert sich die Haniel Stiftung auf vier Schwerpunkte: Stipendien, Kooperationen, Veranstaltungen und Bildung als Chance. Alle fünf Jahre überprüft sie gemeinsam mit externen Experten ihre Arbeit und ihre strategische Ausrichtung – so auch 2010.

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    HIT Stiftung

    Die HIT Stiftung unterstützt bedürftige Kinder und
    Jugendliche im In- und Ausland, um ihre aktuelle
    Not zu lindern und ihnen eine bessere Zukunft zu
    ermöglichen.

    Schwerpunkte sind:
    • Schule und Ausbildung
    • Sozialpädagogische Betreuung
    • Ernährung
    • Medizinische Versorgung und Nothilfe

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    Chancenwerk

    Der eingetragene und gemeinnützige Verein Chancenwerk e.V. wurde 2004 als „Interkultureller Bildungs- und Förderverein für Schüler und Studenten e.V.“ gegründet.

    Eine Gruppe junger Migrantinnen und Migranten um den heutigen Geschäftsführer Murat Vural wollte die Bildungschancen junger Menschen nicht länger dem Zufall und dem Geldbeutel der Eltern überlassen und begann damit, ehrenamtlich Nachhilfe zu geben: Migranten helfen Migranten. Doch schnell wurde klar, dass nicht so sehr die Herkunft als vielmehr der sozio-ökonomische Status des Elternhauses manche Bildungskarriere vorzeichnet. Seitdem ist der Verein offen für alle Kinder und Jugendlichen unserer Kooperationsschulen.

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    TFD

    Teach First Deutschland will dazu beitragen, dass jedes Kind die Schule mit einem Abschluss und dem festen Glauben an den eigenen Erfolg verlässt.

    An jeder Schule sollen sich Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu selbständigen jungen Menschen entwickeln. Sie sollen dazu befähigt werden, ihre Potenziale zu nutzen, um geleitet von ihren Stärken und Interessen Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

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    Die Ashoka Jugendinitiative

    1997 gründete Ashoka mit der Ashoka Jugendinitiative ein internationales Netzwerk von und für Jugendliche, die nicht nur reden, sondern auch handeln. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt möglichst vielen jungen Menschen die Chance zu geben, ihr direktes Umfeld positiv und auf ihre Weise zu verändern. So unterstützten wir Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren darin aus ihren eigenen Ideen konkrete Projekte zu entwickeln, zu planen und umzusetzten. Die Jugendteams mit kreativen und nachhaltigen Ideen unterstützten wir mit einem Startgeld von bis zu 800€. Die Jugendlichen setzen ihre Projekte anschließend selbstständig um und lassen ihre Ideen Wirklichkeit werden. Zurzeit sind wir in 17 Ländern vertreten und mehr als 3000 Jugend-Teams sind weltweit mit ihren Projekten aktiv.

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    Welker Stiftung

    Die Welker-Stiftung, Duisburg, wurde errichtet als testamentarisches Vermächtnis des im Jahre 1962 verstorbenen Dr. h.c. Johann W. Welker und seiner Frau Dora, geb. Langen. Johann Welker leitete mehr als zwei Jahrzehnte als Generaldirektor die Firma Haniel & Cie, Duisburg-Ruhrort.

    Die Stiftungsziele lagen ursprünglich im sozialen Bereich, insbesondere in der Fürsorge für ältere Menschen. Die Erhaltung und Gestaltung des Sozialwesens aber ist abhängig von der wirtschaftlichen Kraft und dem Wohlstand der Gesellschaft. Diese beruhen in Deutschland in hohem Maße auf den Erfolgen in Wissenschaft und Forschung, umgesetzt durch die Leistungsbereitschaft und das Können möglichst vieler. Nicht zuletzt deswegen war Johann Welker auch ein großer Förderer des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft. Aus diesem Grund wurden 2006 durch eine Satzungsänderung die alten Förderziele ergänzt um die neuen Wissenschaft und Forschung, Bildung und Ausbildung.

Der Verein

Organisation

Der eingetragene und gemeinnützige Verein apeiros e.V. wurde 2011 gegündet. Als anerkannter freier Träger der Jugendhilfe ist der Zweck des Vereins die Bildungssituation im Sinne der schulischen Integration von Kindern und Jugendlichen aus ressourcenarmen Elternhäusern zu verbessern. Kinder und Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen die Schule verweigern, stellen einen besonderen Tätigkeitsschwerpunkt des Vereins dar.

Schulverweigerung ist in Deutschland ein zentraler Grund dafür, dass jährlich eine Vielzahl an Kindern und Jugendlichen ihre Potentiale nicht entfalten, keine stabile Identität ausbilden und ihre gesellschaftlichen Teilhabechancen ohne Schulabschluss deutlich reduzieren. Darüber hinaus verliert die Gesellschaft ein großes Potential an dringend benötigten Nachwuchstalenten und trägt hohe Kosten durch vermeidbare Jugendhilfemaßnahmen und folgende Sozialleistungen. Das genaue Ausmaß des Problems kann nur geschätzt werden. Gesichert gelten ca. 3 % der Schüler oder 300.000 Jugendliche als Vollverweigerer, mehr als 10 % der Schüler fehlen in einem Ausmaß, der eine sinnvolle Beschulung unwahrscheinlich werden lässt. 8 % der SchülerInnen eines Jahrgangs schaffen keinen Abschluss, obwohl die Regierungen die Hürden für einen Abschluss bereits massiv abgesenkt haben. Und die Tendenz ist steigend.

Funktionierende Konzepte gegen Schulverweigerung, die Schulen und Jugendhilfe sinnvoll verzahnen, sind daher gefragter denn je. apeiros hat solche Konzepte in Wuppertal und Umgebung erfolgreich entwickelt und will diese nun in die Breite tragen.

Projekte

Die Schulverweigerung ist ein komplexes Problem. Nicht ein Faktor führt dazu, dass ein Kind die Schule verweigert, sondern ein ganzes Bündel an Faktoren. Die Schulverweigerung hat immer eine lange Verlaufsgeschichte, in der die Schüler und Schülerinnen zu Beginn noch zur Schule gehen. Insbesondere in dieser Phase ist die Verweigerungshaltung gut zu behandeln. Chronifizierte Formen hingegen sind sehr zeit- und ressourcenaufwendig. Diese Erfahrung, insbesondere mit Langzeitverweigerern aus der Einzelfallhilfe, hat uns angespornt ein Präventionsprojekt direkt in den Schulen umzusetzen. Dabei werden Schulen und Jugendämter im Umgang mit Schulverweigerung geschult und dabei unterstützt, Fehlzeiten in der Schule dauerhaft und selbstständig konsequent zu erfassen und die rechtlich vorhandenen Sanktionierungsmöglichkeiten stetig einzusetzen. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugend- bzw. Ordnungsamt ist dafür zentral. Dadurch werden Verweigerer, die über genügend Ressourcen verfügen um die Anforderungen der Schule zu erfüllen, bereits in der Schule unter Einbezug der familiären Situation kostengünstig versorgt und müssen keine weitergehenden Jugendhilfeleistungen in Anspruch nehmen. An Schulen in Wuppertal, Remscheid und Solingen konnten wir die Zahl der längerfristig schulverweigernden Jugendlichen um bis zu 90 Prozent verringern. Übrig bleiben die Schülerinnen und Schüler, die nicht mehr mit schulinternen Möglichkeiten unterstützt werden können – hier muss nun die Jugendhilfe eingreifen. Durch die Vorbereitung ist die Wahrscheinlichkeit einer positiven Annahme der Hilfe wahrscheinlicher.

Politik

Die politische Arbeit soll den systemverändernden Ansatz von apeiros Unterstützen und den damit verbundenen systembezogenen Zielen stärkeres Gewicht zu verleihen.

Dabei funktioniert der eigene Ansatz als Prototyp. Durch gezielte Kampagnen und exemplarische Klagen soll dann auf Missstände hingewiesen werden.

Forschung

Der Bereich der Forschung dient vorwiegend der Messung der Wirkung des apeiros-Ansatzes sowie der Aufarbeitung grundlegender gesellschaftlicher Problematiken im Kontext Schulverweigerung.

Zu diesen Inhalten tauschen sich Stefan Schwall und Jörg Metelmann, der an der Universität in St. Gallen mit Bildungsfragen beschäftigt ist, regelmäßig aus. Viele Ergebnisse aus den Bereichen Finanzierung und Steuerung sowie anthropologische, psychologische und soziologische Forschung fließen dabei wieder in die Arbeit von apeiros zurück.

Elterngruppen

Apeiros imitiert im Rahmen der Prävention und der Stärkung der Rechte der Eltern Elterngruppen, die in ihren rechten aufgeklärt werden, inhaltlich fortgebildet werden und aus der Sicht der betroffenen Eltern sich eigenverantwortlich um ihre Belange kümmern.

Die Umsetzung der Elterngruppen erfolgt über einen Antrag zur Aufnahme in den Verein.

Fortbildungen

Ziel des Moduls Fortbildung und Präventionsberatung an Schulen ist das Schaffen effektiver und effizienter Strukturen im Umgang des Systems Schule und Jugendamt mit der Schulverweigerung. Die Notwendigkeit dritter Akteure außerhalb dieser beiden Institutionen soll dabei soweit wie möglich reduziert werden und auch innerhalb der Schulen sollen die verbesserten Strukturen ohne zusätzlichen Personalbedarf erreicht werden.

Diese Ziele sollen insbesondere über folgende Zwischenziele erreicht werden:

  • Kompetenzerweiterung von Lehrern im Umgang mit Schulverweigerung
  • Standardisierter Umgang mit Fehlzeiten an Schulen
  • Sanktionierung unter Ausnutzung der rechtlichen Rahmenbedingungen zur Schulpflicht/ Schulverweigerung
  • Schnelles und differenziertes Clearing zur Feststellung des tatsächlich benötigten Hilfeaufwands.

Das Modul Fortbildung und Präventionsberatung bildet gemeinsam mit dem Modul Projektarbeit den Kern des Präventionsansatzes von apeiros, der direkt an Schulen umgesetzt wird. Im Rahmen der Umsetzung des Präventionsansatzes wird dabei auch auf Leistungen der Diagnostik und insbesondere während der Implementierungsphase auf Leistungen aus den Modulen Sozialpädagogische Einzelbetreuung und Erziehungsbeistand/ Sozialpädagogische Familienhilfe zurückgegriffen, die dann später allerdings durch Lehrer und Schulsozialarbeiter selbst übernommen werden sollen.

Der Präventionsansatz von apeiros richtet sich dabei sowohl an Lehrer (Fortbildungen, Befähigung Fehlzeitenmanagement) als auch an Schüler (im Rahmen der Projektarbeit alle Schüler einer Klasse, im Laufe der schulinternen Intervention dann speziell an gefährdete Jugendliche) und deren Familien.

Unser Ansatz

ansatz

Der Ansatz von apeiros zeichnet sich durch mehrere Komponenten aus, welche dem Problem der Schulverweigerung bzw. dem nicht Erfüllen von strukturellen sozialen Anforderungen aktiv entgegenwirken. Auf Basis einer detaillierten Diagnostik des spezifisch örtlichen Rahmens von z. B. Schule, Schüler und zugehöriger Umgebung, werden gefährdete Jugendliche durch beratende Maßnahmen in ihrem jeweiligen Umfeld unterstützt. Auch auf ein teilstationäres Setting kann zurückgegriffen werden, um die notwendigen Ressourcen für einen stabilen Schulbesuch wieder aufzubauen und das Ziel des Schulabschlusses zu erreichen.

Ein weiteres Element ist der Präventionsansatz von apeiros. Mittels Fehlzeitenmanagement und einem schnellem standardisiertem Eingreifen wird dem Entstehen von Schulverweigerung und Abrechen von Schule und Arbeit, bereits im Ansatz entgegenwirkt. An verschiedenen Orten konnte so die Quote der Abbrecher von Schule oder beruflichen Maßnahmen um bis zu 90% verringert werden.

Der Mehrwert, der sich aus dem Konzept von apeiros ergibt, ist vielfältig und betrifft nicht nur die Kinder und Jugendlichen selbst, die durch das Erreichen des Schulabschlusses die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und für gesellschaftliche Teilhabe legen. 

Qualitätssicherung

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Das Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) ist ein interdisziplinäres Beratungs-, Forschungs-, Bildungs- und Informationszentrum der Universität Heidelberg. Zentrale Aufgabe des Instituts ist die Förderung und Verbreitung von Wissen und Verständnis im Bereich privater Beiträge zum Gemeinwohl, sogenannter „sozialer Investitionen“.

Seit dem Jahre 2012 unterstützt das CSI das Institut apeiros, das als anerkannter Träger der Jugendhilfe professionelle Hilfestellungen für jugendliche Schulverweigerer anbietet, in seiner strategischen Entwicklung und Ausrichtung. Über den Verein apeiros wird die Gestaltung und Verbreitung von Präventionsprojekten an Schulen durchgeführt.

Gemeinsam mit apeiros bereitet das CSI eine Wirkungsstudie zur Untersuchung der sozialen Wirkung der Arbeit am Standort Duisburg vor. Beginnen wird diese Studie im September 2013.

Unsere Räume

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  • raum04
  • raum05
  • raum06
  • raum07

Service

Bildungsbürgerecht

erziehung-als-soziales-unternehmen

Das Erziehungssystem in Deutschland ist in Aufruhr: hektische Diskussionen über die Schultypen (G8, Gesamtschule, Ende der Hauptschule), nach wie vor grassierende Bildungsungerechtigkeit, Lehrerkapitulation in Problemschulen, Gewalt auf dem Schulhof, Zunahme von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung und Boom des Nachhilfemarktes – und das bei leeren Staatskassen und der föderalen Zersplitterung des Bildungslandes Deutschlands. Jenseits von Politik-Apokalypsen und Feuilleton-Lamento eröffnet dieses Buch einen praxisnahen Einblick in die Veränderungen des Erziehungsraums, die letztlich alle betreffen: Schüler, Eltern, Lehrer, Jugend- und Sozialämter, aber auch Wirtschaft und Politik. Die kompetente Perspektive ist die eines Sozialunternehmers im Bildungsbereich, der beides vereint: aus der eigenen Biographie heraus das moralische Anliegen, allen Kindern zu ihrem Bildungsbürgerrecht zu verhelfen; kombiniert mit der unternehmerischen Notwendigkeit, mit Erziehung Geld zu verdienen. Aus der täglichen Praxis der privaten Bildungseinrichtung Institut apeiros, das sich in Wuppertal, Essen und Remscheid in kürzester Zeit einen Namen machte und in NRW Modell-Charakter hat, werden breitere Analysen entwickelt und um interdisziplinäre und internationale Perspektiven ergänzt. So entsteht ein kontroverses Panorama mit Anregungen für alle, die sich für eine Pädagogik auf der Höhe der Herausforderungen des neuen Jahrhunderts interessieren.

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Team / Kontakt

apeiros besteht aus zwei Organisationen mit eigenständigen Rechtsformen, dem Institut apeiros Gbr. mit den Gesellschaftern André Emons und Stefan Schwall und dem Verein, apeiros e.V.

Die Geschäftsführung der apeiros Gbr. wird von André Emons und Stefan Schwall übernommen. Dabei kümmert sich Stefan Schwall um die inhaltliche Entwicklung, die Diagnostik und die politische Lobbyarbeit/Außendarstellung. André Emons koordiniert die pädagogische Arbeit sowie die wirtschaftliche Planung. Emel Altintas ist seit 2011 die geschäftsführende Vorsitzende des Vereins.

Insgesamt arbeiten 36 Personen für apeiros. Der Bereich Diagnostik und Sozialarbeit wird von Sabine Telöken geführt und der Bereich Intervention von Olliver Zodel. Für den Bereich Unterrichtsentwicklung ist Michael Lanser verantwortlich.

  • andreemonsAndré Emons
  • stefanschwallStefan Schwall
  • emelaltintasEmel Altintas
  • sabineteloekenSabine Telöken
  • michaellanserMichael Lanser

  • Kontakt
    Hagenauer Straße 30
    42107 Wuppertal
  • t 0202 / 478 96-95
    f 0202 / 478 96-96
    m info@apeiros.de